Bernard Jongstra von Gem Kingdom

Wo Schmuck und Kunstwerk verschmelzen: Im Rahmen unserer Reihe "Spotlight" haben wir mit Bernard Jongstra von Gem Kingdom über die Anfänge von seinem Kult-Label und die neue Kollektion Romantic Memories gesprochen.

Alles begann mit einem "Das können wir auch!" als Johanna Titselaar und Bernard Jongstra einen Freund besuchten, der eigenen Schmuck machte.

Wie sahen eure ersten Schmuckstücke aus?

Johanna von Gem Kingdom 1990

Wir haben angefangen aus allem Schmuck zu machen, das uns gefiel und uns ein gutes Gefühl gegeben hat: Große Glasperlen, handgemachte Formen, antike Kristallknäufe – wir haben wirklich viel ausprobiert und große, extravagante Schmuckstücke gemacht.

Manchmal hat die Physik uns auch Grenzen gesetzt: Nach vielen Versuchen haben wir die magische Grenze gefunden, ab der ein voll behangener Ohr-Clip nicht mehr am Ohr hält. Es sind 100 Gramm. (lacht)

Heute arbeiten wir immer noch mit antiken Fundstücken, aber machen auch sehr viel selber: Wir fertigen die Schmuckstücke in unserem Atelier und lassen zum Beispiel nach unserem Design Caméen in Italien schnitzen oder besondere Anhänger gießen.

Wie seid ihr auf den Namen "Gem Kingdom" gekommen?

Es gibt da ein Buch voller Geschichten über Edelsteine und Schmuck – über verschwundene Juwelen, Schatzsuchen nach antiken Edelsteinen und Liebesgeschichten rund um ein besonderes Schmuckstück.

Johanna und ich haben dieses Buch gefunden – es hieß "The Gem Kingdom" von Paul E. Desautels. Das Buch war ein Spiegelbild unserer Philosophie: Jedes Schmuckstück hat eine Geschichte, eine tiefe Bedeutung für seine Träger. Wir wollten auch so ein "Königreich" schaffen, das voller Geschichten ist. Und so passte der Name "Gem Kingdom" perfekt zu uns.

Zitat von Bernard Jongstra

Wie hängen Schmuck und Erinnerung für euch zusammen?

Jedes Schmuckstück hat eine Seele – es ist selbst wie ein Buch, das noch kein Ende hat. Johanna und ich gießen als Designer unsere eigenen Erinnerungen und Inspirationen in die Schmuckstücke. Der Schmuck erzählt eine Geschichte, die du fortsetzt, wenn du das Schmuckstück trägst oder es verschenkst.

Hast du ein Beispiel für eines eurer Schmuckstücke, das eine Geschichte erzählt?

Ja, zum Beispiel die Kette mit der Margerite aus unserer neuen Kollektion Romantic Memories: Blumen zu trocknen ist für uns eine Kindheitserinnerung. Die ganze Familie sammelt gemeinsam Blumen und trocknet sie. So wächst die Blume in ihrer Bedeutung über sich hinaus: Sie steht für den ganzen Prozess – das Sammeln, das Trocknen – und für ein Gefühl von Gemeinsamkeit und Familie. So ergibt sich aus unseren Erinnerungen und den Erlebnissen, die du mit dem Schmuckstück hast und an die es dich erinnert eine Seele – eine ganz eigene, komplexe Geschichte.

Getrocknete Blumen als Schmuck

Nun sind wir thematisch ja schon mitten in der neuen Kollektion! Was hat dich und Johanna als Designer von Gem Kingdom zu der Kollektion inspiriert?

Manchmal ist das schwierig, zu sagen. Es gibt so viele Dinge, die uns jeden Tag begegnen und berühren - manches bleibt hängen und wird zur Inspiration für ein Schmuckstück. Unser zentraler Gedanke war: Wir wollen mit unseren Schmuckstücken eine Art Zeitkapsel schaffen. Schmuck und Erinnerungen gehören wie gesagt schon immer zusammen. Egal, ob es ein Geschenk von deinem Mann oder ein Erbstück deiner Oma ist: Schmuck hat immer eine tiefe Bedeutung.

Neben den getrockneten Blumen gibt es in der Kollektion noch viele andere Schmuckstücke, die von alten Erinnerungen inspiriert sind.

Welche Geschichte steckt hinter den Schmuckstücken mit Robotern und Löwen?

Das sind ganz persönliche Erinnerungen von Johanna und mir: Im Film The Day the Earth Stood Still von 1951 gibt es den Roboter Gort – diese Retro-Ästhetik aus einer Zeit, in der es noch keine Special Effects gab, hat uns fasziniert. Also haben wir Gort in Silber verewigt!

Der Schmuck mit den Löwen ist von Johannas Heimatstadt inspiriert: Dort entliefen 1938 zwei Löwen aus einem Zirkus – eine Geschichte, die sich bis heute jeder in der Stadt erzählt. So wird sie immer weiter ausgeschmückt: Löwen in der Kirche, Löwen im Wohnzimmer, Löwen überall. (lacht) So gibt Johanna den Schmuckstücken ihre eigene Geschichte mit und die Träger können selbst entscheiden, wie es weitergeht und für was der Löwen-Anhänger steht. Außerdem haben wir für die Rückseite der Anhänger eine alte Mönchszeichnung verwendet.

Löwenanhänger & Roboter

Wie geht ihr mit schweren Zeiten um? Habt ihr das Gefühl, euer Schmuck wird immer geschätzt?

Ja, wir haben so viele Leute, die unsere Designs lieben und die uns schon viele Jahre begleiten. Die Antwort auf schwere Zeiten in der Schmuckindustrie kann immer nur eins für uns sein: Schmuck.

Und wir machen etwas, was nirgendwo anders zu bekommen ist. Sonst hat es keinen Zweck. Es gibt so viel Schmuck auf der Welt – wieso sollte man das gleiche machen wie die anderen? Und das schätzen unsere Fans.

Wir suchen immer nach Ideen & Figuren, die ein Gefühl in sich tragen, an das man sich erinnert – und trotzdem ist es etwas Neues. Die Symbole und Figuren sind kein unbeschriebenes Blatt, aber sie haben Platz für deine eigene Geschichte, wenn du sie trägst.

Das ist das Konzept hinter all unseren Kollektionen, aber ganz besonders bei Romantic Memories. Und die Fans, die uns schon lange begleiten, werden einige Symbole aus unserer Design-Geschichte wiedererkennen und vielleicht selber Erinnerungen daran haben. Die Kollektion ist also zum 25-jährigen Jubiläum, das wir dieses Jahr feier durften, auch ein kleiner Rückblick auf unsere eigene Geschichte mit Gem Kingdom.

Hast du auch Lust auf Gem Kingdom bekommen? Dann stöbere dich bei melovely durch neue & alte Kollektionen von Gem Kingdom!

25 Jahre Gem Kingdom - Video